Kuenstler
     
IF YOU FAKE THE PLAN
"If you fake the plane, your nose will grow"

Sven-Ole Frahm
Torben Giehler
Joachim Grommek
Terry Haggerty

Eröffnung: Samstag, 19. September 2009, 19 Uhr
22. September bis 31. Oktober 2009
Dienstag bis Samstag 11 - 18 Uhr

In der Gruppenausstellung „If you fake the plane, your nose will grow“ treffen in der KUTTNER SIEBERT Galerie vier Künstler aufeinander, die alle das Interesse an der Gestaltung der Fläche durch Form und Farbe, den Grundbestandteilen der Malerei, eint. Die Ausstellung zeigt, dass eine in ihrem Erscheinungsbild dezidiert formale Herangehensweise der Künstler, ästhetische Überlegung einer konzeptuell orientierten Kunst nicht ausschließt.

Joachim Grommek bleibt der Fläche verhaftet. Farbige, zumeist streng geometrische Elemente werden dabei in ein spannungsgeladenes Verhältnis zueinander gesetzt. Der Eindruck räumlicher Tiefe wird allenfalls durch Schichtung übereinander liegender Farbflächen evoziert. Hinzu kommt die illusionistische Darstellung von Material, wie das der Klebestreifen und des scheinbar naturbelassenen Maluntergrundes. Die Irritation beruht jedoch nicht einzig auf der vordergründigen Täuschung, sondern setzt sich in der Bildidee konkreter Malerei, die einst angetreten war das malerische Moment einzig auf Form, Fläche und Farbe jenseits naturmimetischer Techniken zu reduzieren, fort.

Torben Giehler öffnet in seinen Gemälden durch das Komponieren und Kontrastieren farbiger Flächen irreale Räume. Giehler verzichtet darauf, seine Gemälde perspektivisch zu konstruieren, allein durch die Formen entstehen auf der Fläche Andeutungen von Tiefe, deren Sog der Betrachter sich nicht entziehen kann. Er bleibt im Rahmen der unmittelbaren Betrachtung gefangen, zumal die Konstruktion unbestimmt und kaum zu ordnen ist und sich so einer genauen Beschreibung entzieht.

Der Bildfindungsprozess bei Sven-Ole Frahm ist gleichermaßen unkontrolliert und vorkonzipiert. Im ersten Arbeitsdurchgang bringt er Farbe Leinwände auf, nur um diese im zweiten Schritt im „cut and paste“-Verfahren nach einem diesem Gemälde entkoppelten Schnittmuster zu einem neuen Bild zusammenzufügen . Die Arbeit von Sven-Ole Frahm lebt dabei von der Dichotomie gestischer und konstruktiver Malerei, die er entgegen ihrer strikten Trennung dennoch zu vereinen versteht.

Die Begegnung mit der Fläche im Werk des englischen Künstlers Terry Haggerty beginnt für den Betrachter mit der perfekt glatten Oberfläche, die eher an industrielle Fertigung, als an eine individuelle Künstlerhand, denken lässt. Parallel angelegte Linien durchziehen die Fläche und durch die Führung ihrer Kurven entsteht beizeiten der Eindruck von Plastizität. Dem Betrachter offerieren diese Werke verschiedene, wechselnde Wahrnehmungsmöglichkeiten, bis hin zu einer Objekthaftigkeit in diesen flächig-abstrakten Gemälden.

Joachim Grommeks Werke finden sich auch in den öffentlichen Sammlungen Falckenberg, Hamburg, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen und der HSH Nordbank, Hamburg. Seine letzten Ausstellungen waren in Salzburg, Hamburg, Berlin und Amsterdam zu sehen.

Torben Giehler studierte an der Diploma School of the Museum of Fine Arts in Boston; er lebt und arbeitet in Berlin und New York. Seine Werke waren in Ausstellungen im P.S.1 in New York, im Kunstmuseum Wolfsburg und im Museum of Fine Arts in Boston zu sehen.

Sven-Ole Frahm studierte an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und der Kunstakademie Düsseldorf. 2003 erhielt er das Stipendium der Villa Romana, Florenz. 2006 war er Preisträger des Bergischen Kunstpreises . Er lebt und arbeitet in Berlin.

Terry Haggerty lebt und arbeitet in Berlin. Seine letzten großen Arbeiten umfassen ein großformatiges Wandgemälde für das neue errichtete Stadion der Dallas Cowboys in Texas, zwei Wandarbeiten für das CCNOA in Brüssel und eine Ausstellung im EY5 in Düsseldorf (alle 2009). 2007 war seine Arbeit im Hammer Museum, Los Angeles zu sehen.