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Olaf Quantius - "Der Schatz im Silbersee"
Eröffnung: Freitag 10. September 2004.
19 Uhr
Ausstellungsdauer: 11.September - 16. Oktober 2004
Öffnungszeiten: Di-Sa 12-19 Uhr
Der Schatz im Silbersee – so heißt
die mittlerweile zweite Einzelausstellung mit Werken von Olaf Quantius
in der KUTTNER SIEBERT Galerie. Die dem Schatz angedichtete Eigenschaft
seiner Unerreichbarkeit begegnet dem Betrachter als Gefühl
vor den Werken von Olaf Quantius. Im Wechselspiel zwischen Abstraktion
und Gegenständlichkeit zeugt die Malerei vom Sichtbaren und
dessen plötzlichem Verschwinden, von üppiger Farbverdichtung
wie von poetisch präsenter Zartheit.
Die Malerei von Olaf Quantius nährt der Antrieb, diesem vagen
Moment, dem flüchtigen Augenblick des Körperlichen und
seiner vergänglichen Erscheinung, Gestalt zu verleihen. Die
nicht figurative Malerei in dem Werk des Künstlers bildet dabei
keine Ausnahme, gleichwohl sie die Grenzen des begrifflich Fassbaren
überschreitet. Der silberne Grund in den Bildern öffnet
einen unbestimmten Raum, der zudem gesteigert durch seine reflektierend
abweisende Oberfläche, den unmittelbaren Zugang zum Dargestellten
erschwert.
Der Künstler bewegt sich in seiner Bildwelt in den unscharfen
Regionen von Raum und Zeit, in denen er durch seine Erinnerung gelenkt
wird. So steht zum Beispiel das Vorbild für das „Gewächshaus“
in dem Garten seines Großvaters, in dem dieser „durch
beständiges Arbeiten dem sauerländischen Klima ebenso
große Gurken wie Zufriedenheit entringen konnte“ (O.Q.).
Doch eher geheimnisvoll als idyllisch erscheint es dem Betrachter,
dessen Blick auch in der zweiten vom Künstler angebotenen Perspektive
auf das Gewächshaus nicht ins Innere vorzudringen vermag. Stattdessen
bleibt er ausgeschlossen und nimmt die Szenerie lediglich als Kulisse
des hier Nicht-Gezeigten, aber dennoch anwesenden Lebens wahr.
Ebenso vage erscheint die Darstellung des „Heuhauses“.
In karger, lediglich mit wenigen Strichen angedeuteter Landschaft,
löst sich seine Gestalt kaum von dem gleichtonigen Silbergrund.
Dem Eindruck der Beschaulichkeit beim Anblick seiner Darstellung
folgt der eines trügerischen Friedens. Der Ort bleibt uneinsichtig
und rätselhaft.
In dem Bild der „Gefesselten“ ist es die kontrastreiche
malerische Ausarbeitung, die einen direkten Zugang zum Gezeigten
erschwert. Hier verdichten sich die mannigfaltigen künstlerischen
Ansätze zu einem einzelnen Bild: der leichte Pinselstrich,
der Partien des Körpers wie die Beine des Fesselnden oder die
Haare der am Boden liegenden Frau lediglich andeutet, der dünne
Farbauftrag mit seinen Verläufen, der den Körperteilen
Plastizität verleiht und die detaillierte Darstellung von Stofflichkeit
in der seidenen Kleidung. Lösgelöst aus dem bildnerischen
Kontext könnte dieses Detail ebenso gut Bestandteil seiner
gegenstandslosen „Fleckenbilder“ sein, in denen mehrere
solcher amorphen Elemente spannungsreiche Bezüge konstruieren.
Der Schatz im Silbersee in dem Roman von Karl May erweckt Habgier
und Gewalt, und bringt demjenigen, der ihn an sich reißen
will, lediglich Unglück. Sein Wert ist nahezu unermesslich.
Das es ihn gibt, scheint letztlich mehr wert zu sein als ihn zu
besitzen. Die Malerei von Olaf Quantius verweigert sich ebenso der
endgültigen Aneignung durch einen Betrachter. Sie besitzt etwas
Geheimnisvolles und Unergründliches, das den Blick in seinen
Bann zu ziehen vermag und von Dingen jenseits des gedanklich Fassbaren
zeugt.
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