Matthias Bitzer
Eröffnung: Freitag, 26. März 2004,
19 Uhr
Ausstellungsdauer: 27. März bis 8. Mai 2004
Matthias Bitzer zeigt in der KUTTNER SIEBERT Galerie erstmals
einen umfangreichen Einblick in sein künstlerisches Schaffen.
Die disparate Erscheinung der einzelnen Arbeiten zueinander verdichtet
sich in ihrer Anordnung zu einer Installation, die sowohl auf inhaltlicher
wie formaler Ebene spannungsreiche Bezüge offenbart.
Die zentrale Arbeit in den Räumen der Galerie markiert eine
Wandmalerei
des Künstlers. In ihrer kristallinen Struktur verdichten
sich die Linien zu dynamischen Kraftfeldern. Die Arbeit veranschaulicht
sowohl den Übergang von Gegenstand und Raum und fungiert darüber
hinaus als Schnittstelle zwischen dem Dekor und der Strenge der
weiteren Werke. Die Wandmalerei ebenso wie die Bildtafel mit ihren
splitterigen Formbrechungen erinnern an die zumeist grafisch schlichten
Entwürfe angewandter Kunst und Mode aus der Hand des Futuristen
Giacomo Balla oder einer Warwara Stepanowa, also Vertretern der
künstlerischen Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts.
Eine auf den ersten Blick gänzlich konträre Bildauffassung
kommt in den Aquarellen weiblicher Fotomodelle zum Ausdruck. Die
Vorlagen hierzu finden sich in Mode- und Lifestylemagazinen. Das
Ornament kehrt hier wieder zur Kleidung zurück oder hinterlegt
die Akte mit einem Geflecht feinnerviger Farbstrahlen (Beispiel).
Die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Werkbeispiele erweckt
eine Polarisierung von Rationalität und Emotionalität
sowie Figur und Abstraktion. Die Spraybilder (ektoplasma
1, ektoplasma (abyss)) des Künstlers verstehen sich als Essenz beider konträrer
Pole. Ihre Machart verrät eine bewusst gesetzte Geste, zugleich
jedoch veranschaulicht die Darstellung eines amorphen Raumes die
unabwägbare Größe emotionaler Spontaneität.
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