JÖRG
BAIER
CATALINA PABÓN
CHRISTIAN SCHMUCK
JUDITH SCHWINN
"THINGS SHOULD START
TO GET INTERESTING
RIGHT ABOUT
NOW"
Eröffnung: 24.
Oktober 2008, 19 Uhr
Dauer: 25. Oktober bis 20. Dezember 2008
In der Ausstellung “Things Should Start to Get Interesting
Right About Now” präsentiert die KUTTNER SIEBERT Galerie
Arbeiten auf Papier von vier künstlerischen Positionen. So
einzigartig deren stilistische Handschrift und intentionale Ausrichtung
jeweils ist, findet sich in ihren Werken jenseits der grundlegenden
Gemeinsamkeit des Bildträgers der eine oder andere von der
Technik weitgehend losgelöste Verweis auf eine andere Position.
Auf inhaltlicher Ebene wird dies zum Beispiel in der Auseinandersetzung
mit dem Thema Landschaft und Natur in dem Werk von Christian Schmuck
und Catalina Pabón offensichtlich, oder auf hermeneutischer
Ebene in der Komplexität der Bildsprache von Jörg Baier
oder Judith Schwinn. Die Ausstellung ist die jeweils erste der
Künstler in der KUTTNER SIEBERT Galerie.
Die Zeichnungen und Objekte von Judith Schwinn sind äußerst
fragil. Der nahezu seismografische Strich der Zeichnungen verrät
ihre überaus konzentrierte und tastende Herangehensweise an
das allmählich Gestalt annehmende Motiv. Die ausführende
Hand scheint dabei die kaum wahrnehmbare Unruhe innerer Gefühle
in lesbare Formen umsetzen zu wollen. Im Gegensatz dazu ist die
Arbeit an den Objekten von Anbeginn zielgerichtet, letztlich weil
deren Gestalt von der Wahl der zumeist gefundenen Materialien abhängt
und somit nur bedingt steuerbaren Einflüssen unterliegt. Und
doch ist die Gemeinsamkeit beider Ausdrucksweisen sowohl in deren
Fragilität als auch in deren Inhalten offensichtlich. Die
Bildsprache ist in jedem Fall Zeugnis einer sehr persönlichen
Sicht auf die Dinge und bleibt für den Betrachter geheimnisvoll
und verschlossen.
Vergleichbar komplex ist der Kosmos, den Jörg Baier in seinen
Zeichnungen und Collagen erschafft. Sein Vokabular an Formen und
Strukturen folgt dabei einer eigenen Logik, die zu entschlüsseln
nahezu unmöglich ist. Auch wenn die bildnerische Vorlage mancher
Details aus der Reproduktion bekannter Kunstwerke sichtbar bleibt,
so ist sie nun in eine Umgebung transformiert, die mit deren Ursprung
nicht das Mindeste zu tun hat. Stattdessen fügen sie sich
insbesondere in seinen Collagen zu extrem dichten Kompositionen
von nahezu objekthaftem Charakter. Eindeutigkeit wird dabei weitgehend
vermieden sondern vielmehr der Stellenwert autonomer Kunstwerke
und die Zusammenhänge von Werk und Betrachter, Kunst und Rezeptionsrahmen
thematisiert.
Christian Schmuck beschreibt die Arbeit nach der Natur als seinen
Weg zur Erkenntnis. Diese Erkenntnis speist sich dabei aus allen
Sinnen, zumal er ausschließlich vor Ort und mit dem größtmöglichen
Aufwand arbeitet. Bemerkenswert dabei ist nicht einzig der Rückgriff
auf altmeisterliche Techniken, wie Radierung, Strichätzung
oder Aquatinta. Christian Schmuck schafft ein detailliertes Abbild
der Natur, so wie sie sich ihm im Augenblick seiner Betrachtung
präsentiert. Der Begriff beschränkt sich dabei nicht
auf eine romantisierende Vorstellung der Natur, sondern umfasst
auch deren schleichenden Verfall und deren Schnittstelle zur Zivilisation.
Die Landschaft in den Pastellen von Catalina Pabón präsentiert
sich dunkel und geheimnisvoll. So bleibt sie in ihrer Erscheinung
vage und für den Betrachter nicht näher zu bestimmen.
Beizeiten sind die Konturen derart zurückhaltend gesetzt und
verliert sich die Form in großflächigem Dunkel, dass
sich die Gestalt allmählich aufzulösen beginnt und der
Eindruck der Gegenstandslosigkeit Vorderhand gewinnt. Entscheidend
ist weniger der Rückbezug auf die konkrete Gestalt des Motivs
als vielmehr die Vermittlung einer assoziativen und emotional subjektiven
Stimmung in ihren Bildern.
Jörg Baier, geboren 1975 in Darmstadt, 1996-2002 Studium
an der Kunstakademie München und Karlsruhe, 2003 Meisterschüler
bei Prof. Erwin Gross, lebt und arbeitet in Karlsruhe
Catalina Pabón, geboren 1979, 1998-2002 Studium an der Universidad
Jorge Tadeo Lozano, Bogotá (Kolumbien), 2002-2005 Studium
an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig,
bei Prof. John Armleder, lebt und arbeitet in Berlin
Christian Schmuck, geboren 1981 in Ulm-Söflingen, 2002 – 2008
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe,
2008 Meisterschüler bei Prof. Erwin Gross, lebt und arbeitet
in Karslruhe
Judith Schwinn, geboren 1976, 1998-2004 Studium an der Staatlichen
Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, 2004 Meisterschülerin
bei Prof. Helmut Dorner, lebt und arbeitet in Berlin
|
 |