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Arnd Kaestner - "Standards"

Eröffnung: Freitag 24. Oktober 2003. 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 25. Oktober - 6. Dezember 2003
Öffnungszeiten: Di-Sa 12-19 Uhr

Arnd Kaestner präsentiert drei Werkkomplexe, die er unter dem Oberbegriff "Standards" subsumiert. Zum einen die Gruppe kleinformatiger Regal- und Profilbilder, zum anderen die Serie der schematisierten Gebäudetypen sowie eine eigens für den Galerieraum konzipierte, großformatige Wandmalerei.
Arnd Kaestner reduziert in seiner Malerei die Formen auf wenige Grundelemente. Die Konstrukte seiner Bildtafeln scheinen seriell gefertigten Produkten huldigen zu wollen. So erhalten vermeintlich reizlose Objekte wie Profilbleche, Regale oder Garagentore eine Aufmerksamkeit, die ihnen ansonsten selten zuteil wird. Doch keinesfalls darf das künstlerische Interesse Arnd Kaestners als intentionale Ausrichtung eines Minimalisten missverstanden werden. In ihrer formalen Sperrigkeit und schlichten Schönheit durchaus mit den Werken Donald Judds oder Carl Andres vergleichbar, handelt es sich hier jedoch um gemalte Artefakte. Und als Abbild industriegefertigter Produkte besitzen die Tafeln durchaus eine Bedeutungsstruktur mit einem inneren Referenzpunkt, so dass 'Bedeutung' keinesfalls wie in den Arrangements der Minimalisten nach außen verlagert wird.
Indem Arnd Kaestner mit seiner installativen, für den Galerieraum konzipierten Wandmalerei ortsbedingt arbeitet, thematisiert er den Stellenwert autonomer Kunstwerke und die Zusammenhänge von Werk und Betrachter, Kunst und Rezeptionsrahmen. Auf inhaltlicher Ebene spiegelt sich diese Verhältnismäßigkeit einmal mehr in der Darstellung seiner Motive, die den Grenzbereich zwischen künstlerischem Eigenwert industriell vorgefertigter Produkte und deren Stellenwert jenseits eines künstlerischen Bezugs markieren.
Arnd Kaestner versteht die Serie der "Standards" als "eine Art Verbeugung vor der Kunst der frühen Italiener bis Donald Judd". Und weiter: "Ich versuche nun, das "Meditative" wieder einzuführen, das nach der Entdeckung der Dinge in der Pop-Art (und deren Nachfolgern) häufig verloren gegangen ist. Nun muss eine Hinwendung zu den "Dingen" nicht unbedingt einhergehen mit dem Verlust des "Optischen", das führt uns ja die Renaissance wunderbar vor! Eine Kunst, die sich gar nicht scheut, durch und durch zu KONSTRUIEREN, die Welt im Bühnenraum des Bildes geschehen zu lassen. Und das schon VOR der Zentralperspektive. (...) Unter den Minimalisten dann der 60er und 70er Jahre, Andre etwa, Judd und Agnes Martin natürlich, da ist das Kontemplative, die Lese-bewegung und das Zeit-strukturierende wieder da. Judd vor allem geht ja an den Gegenstand, aber nie an dessen alltäglichen Charme. Das Transformieren aus der täglichen Umgebung schien obsolet. Dieses Transformieren nun ist meine Welt. Jeden Tag sieht man solche Dinge, aber nicht jeden Tag offenbaren sie sich. Das ist Licht abhängig. Manchmal ist es nicht viel mehr (auch nicht weniger) als ein kurzes Vor und Zurück mit den Augen, ein Durchmessen."