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Arnd Kaestner "tapes"
Eröffnung: Freitag 11. Februar 2005.
19 Uhr
Ausstellungsdauer: 12. Februar - 24. März 2005
Öffnungszeiten: Di-Sa 12-19 Uhr
Gelb und Schwarz, Rot und Weiß, eher selten, Schwarz
und Orange – die Farbkombinationen von Absperrbändern
sind begrenzt, ihre Präsenz im Alltag nahezu allgegenwärtig.
Absperrbänder markieren Gefahrenzonen. Arnd Kaestner malt solche
Absperrbänder auf naturbelassene Holzfaserplatten. Derart illusionistisch
gemalt, streben sie in ihrer das Auge täuschenden Wirklichkeitsnähe
beim Betrachter eine Verwechselung des Dargestellten mit dem Naturabbild
an. Sie scheinen um den Bildträger herumgewickelt, zumal die
Holzplatte in ihrer Körperlichkeit das entsprechende Tiefenvolumen
besitzt. Und die Farbe, in mehreren Schichten aufgetragen, ähnelt
mit ihrer glänzenden Oberfläche der Beschaffenheit der
Plastikbänder. Doch liegt die intentionale Ausrichtung nicht
vordergründig in der Zurschaustellung der künstlerischen
Fähigkeit einer Augentäuscherei. Dergestalt, wie sich
die Streifen über die Fläche verteilen und sich Strukturen
ergeben, verschiebt sich der Akzent der Wahrnehmung allmählich
auf die optischen Qualitäten der Erscheinung.
Die Streifen rhythmisieren die Fläche und abhängig von
ihren Abständen zueinander, entsteht im Bild entweder Ruhe
oder Nervosität. Insbesondere an den Stellen, an denen sich
Bänder zu überlappen scheinen, droht der Blick sich in
den komplexen Strukturen zu verlieren. Dieses Beschleunigen oder
Verlangsamen des Blicks ist typisch für die Arbeiten von Arnd
Kaestner.
Arnd Kaestner vollführt in seinen Bildern einen augenscheinlichen
Bruch mit herkömmlicher Malerei. Seine Aufmerksamkeit gilt
trivialen Materialien, und seine Technik hinterlässt keine
Spuren auf dem Bild, die auf ein handwerklich hergestelltes Kunstwerk
hinweisen. Doch die Identität des Materials ist letztlich nur
vorgetäuscht. Als Abbild standardisierter, industriell gefertigter
Materialien, schafft Arnd Kaestner somit einen Bezugspunkt, der
weder – im Sinne einer Demystifizierung der künstlerischen
Mittel und deren Verwendung - außerhalb des Dargestellten
liegt, noch auf das problematische Verhältnis von Kunst und
Wirklichkeit gerichtet ist. Sein Interesse richtet sich vielmehr
auf die Herstellung eines autonomen Bildwerkes, dessen farbliche
und strukturelle Vereinheitlichung in Form des Wechsels von zwei
Farben eine dynamische Rotation vor Augen führt.
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