Kuenstler
     
Oalf Quantius

Olaf Quantius


Olaf Quantius

"den Wald vor Bäumen nicht"

Eröffnung: Freitag 8. September 2006. 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 9. September - 28. Oktober 2006
Öffnungszeiten: Di-Sa 12-19 Uhr

„Trete man weit genug zurück, offenbarten sich die großen Muster. Freiheit und Zufall seien eine Frage der mittleren Entfernung, eine Sache des Abstandes. Ob er verstehe? So ungefähr, sagte Eugen müde und sah auf seine Taschenuhr. Sie ging nicht sehr genau, aber es musste zwischen halb vier und fünf Uhr morgens sein.“ (Daniel Kehlmann) [1]

Mit der Serie „den Wald vor Bäumen nicht“ unternimmt Olaf Quantius den Versuch, die subjektiv ideale Entfernung zu den Dingen, dem Leben zu bestimmen. Dem Sprichwort nach übersieht man auf seiner Suche die Dinge, an die man zu nah herantritt oder in denen man sich bereits befindet. Es geht also darum, seinen Blick zu fokussieren und ebenso die eigenen Mittel und Möglichkeiten. Über dies hinaus auch um die Hoffnung, dass sich mit der Schärfe des Blickes auch das Glück zeigt: Indem man so fokussiert, dass man die unveränderbaren Dinge akzeptiert und mit Mut die veränderbaren angeht.

Neben den abstrakten Arbeiten der Serie, gibt es zwei großformatige Waldstücke. Der gewählte Ausschnitt und die Perspektive richten die Aufmerksamkeit vor allem auf den Blick verstellendes, dichtes Gestrüpp. Es wird weder dem Blick in die weite Ferne gehuldigt, noch ein Nächstraum beschritten, der keine Bewegung zulässt. Vielmehr ist der Blick auf eine mittlere Brennweite fokussiert. Sie erlaubt dem Subjekt, ein sich von seiner Umgebung abhebendes, autonomes Wesen zu sein und handelnd zu reagieren. Was für die beiden Waldstücke gilt, gilt in ähnlicher Weise auch für die abstrakten Arbeiten der Serie. Die Größe der einzelnen Bildelemente, die scharfe Umrisslinie der „Flecken“, ihre Farbigkeit und Oberfläche lassen ebenso das Erkennen einer kompositorischen Ordnung zu, wie das hingebungsvolle Untersuchen aus der Nähe.

Quantius eröffnet dem Betrachter die Möglichkeit den idealen Abstand zu finden, den Blick auf das Ganze zu richten, auf Details, das Statische oder das Variable und so das „leuchtende und vergängliche Ding, das immer dicht vor mir war“ (Hunter S. Thompson)[2] einzuholen.

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[1] Kehlmann, Daniel, Die Vermessung der Welt, Reinbeck bei Hamburg 2005
[2] Thomson, Hunter S., The Rum Diary, München 2005




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