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STEFAN ROIGK
Swarm
Eröffnung: Freitag, 20. Februar 2009, 19
Uhr
21. Februar bis 21. März 2009
Swarm ist die erste Einzelausstellung Stefan Roigks in der KUTTNER
SIEBERT Galerie. Die der Ausstellung ihren Titel gebende Installation
besetzt den Großteil des Raumes, auch wenn die beiden einander
gegenüber stehenden Elemente aus Styropor zwar nahezu wandfüllend,
aber lediglich von geringer Tiefe sind. Erst der begleitende Klang
generiert eine räumliche Präsenz der Installation und
die Wahrnehmung beschränkt sich nicht länger auf die
optische Zeichnung der durchlöcherten Oberflächen sondern
verortet den Betrachter nunmehr inmitten der Arbeit.
Swarm ist gekennzeichnet von einer grundlegenden Ambivalenz und
der damit einhergehenden Dichotomie von Sichtweisen. Im Großen
und Ganzen ist es die Eigenart der Installation selbst, die flächig
vor die Wand positioniert, erst durch die akustische Anreicherung
räumlich wird und an Volumen gewinnt. Der in seiner Struktur
naturgemäß organisch anmutende Klang steht ferner in
einem ambivalenten Verhältnis zu der statischen, in seinem
spröden Charme an Wandvertäfelung von öffentlicher Ämtern
erinnernden Konstruktion.
Die Löcher in der Vertäfelung geben den Blick auf eine
dahinterliegende Schicht aus Schaumstoff frei. Die Eigenschaften
beider Materialien dienen im täglichen Gebrauch normalerweise
zum Isolieren, zum Abschotten und Dämmen. Hier ist es die
Oberfläche selbst, die losgelöst von jeglicher Funktion
zum Gegenstand ästhetischen Empfindens wird. Gesteigert wird
deren anwendungsspezifische Autonomie durch die bewusst gesetzte
Zerstörung, die eine andere Funktion als ihr hier gegebenes
bloßes Dasein ausschließt. Die Anordnung der Löcher
zeugt von einer dynamischen, nahezu zeichnerischen Geste. Und als
solche gesehen, wird die streng an einem Raster ausgerichtete Täfelung
zum Bildträger, deren Zeichnung allerdings nicht durch den
Auftrag, sondern durch das Wegnehmen von Material besteht. Die
Struktur des Klangs entwickelt sich in ihrem Verlauf analog zu
der zeichnerischen Anordnung der Löcher, wenn die über
weite Strecken stehenden Soundwellen von pulsartigen Geräuschen
durchbrochen werden. Die Qualität des Klangs in ihrer Dichte,
ihren polyrhythmischen Strukturen und der extrem verzerrenden Modulation
ist nahe an der Grenze des Vertragbaren, unterstreicht jedoch so
die spröden Eigenschaften des verwendeten Materials. Klang
und Objekt fügen sich erst in diesem synthetischen Verhältnis
zu einer raumgreifenden Installation.
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