Stefan Sehler - Malerei Eröffnung:
Freitag 5. September 2003. 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 6. September - 18. Oktober 2003
Öffnungszeiten: Di-Sa 12-19 Uhr
Stefan Sehler ist Maler. Diese einfache Aussage
nachzuvollziehen, gelingt dem Betrachter allerdings erst nach genauerem
Hinsehen. Denn zunächst täuschen die großformatigen
Bilder durch die kühle Erscheinung ihrer glatten Oberfläche
das Auge und erinnern soweit an das vertraute Erscheinungsbild inszenierter
Fotografie. Doch dieser Eindruck resultiert nicht einzig aus der
spiegelnden Oberfläche des Bildträgers. Ebenso ist es
das Wechselspiel zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit,
zwischen einfarbiger Hintergrundfläche und scharf konturiertem
Bildmotiv.
In gleichmäßiger Struktur überziehen
stilisierte Pflanzen und verschnörkeltes Geäst den monochromen
Hintergrund. Erst im Detail offenbart sich der Gestus des Malers:
Es handelt sich um Malereien, deren Farbe in mehreren Arbeitsgängen
auf der Rückseite einer Acrylglasplatte aufgetragen wird.
Anders als bei herkömmlicher Malerei ist der erste Farbauftrag
für die visuelle Wirkung entscheidend: Er bleibt für den
Betrachter sichtbar, Korrekturen, farbliche Veränderungen sind
hier nicht möglich.
Der Künstler setzt mit einer ausgeschnittenen
Schablone die Kontur der Blüten und Äste fest. Der gleichmäßige
Bildhintergrund markiert den ersten Farbauftrag. Mit übereinander
liegenden Farbschlieren füllt Sehler die Binnenfläche,
die sich zu abstrahierten Strukturen von kräftiger Intensität
verdichten. Da der Künstler die rückwärtige Seite
des Bildträgers bearbeitet, fehlt trotz der Vielzahl aufgetragener
Farbschichten Pastosität, ebenso jegliche Spuren des Pinselduktus.
Vielmehr zeigt sich dem Betrachter eine gleichmäßig dichte,
nahtlose Farbfläche, deren Wirkung den eingangs erwähnten
Eindruck von der Beschaffenheit einer Fotografie mit einer ebenso
homogenen Oberfläche fördert.
Da Stefan Sehler die Farben auf den Bildträger
träufelt, spritzt und schüttet, lässt sich der malerische
Prozess nur bedingt steuern. Das Resultat verblüfft, zumal
seine Bilder dennoch wie eine kalkulierte Imitation der Natur anmuten.
Ein Effekt, der sich konsequent durch das Werk des Künstlers
zieht. Schon in seinen früheren Arbeiten spielte Sehler mit
einer scheinbar zufälligen Farbgebung, mit malerischer Technik
und deren fotografischer Wirkung.
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