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WOLFGANG STEHLE
"Parkland"
Eröffnung: Freitag, 13. November 2009, 19 Uhr
14. November 2009 bis 9. Januar 2010
Dienstag bis Samstag 11 - 18 Uhr
Die Ausstellung Parkland ist die zweite Einzelausstellung
von Wolfgang Stehle in der KUTTNER SIEBERT Galerie. Der Titel bezeichnet
eine vom Menschen geprägte Landschaft parkartiger Ausprägung.
Entscheidend ist dabei deren ästhetische Aneignung durch den
Menschen, auch wenn das gestalterische Moment verschwindend gering
ist. Dieses Verhältnis überträgt Wolfgang Stehle in seine
Skulpturen und Installationen. Es ist das Kippmoment zwischen Repräsentation
und Abstraktion und die Umkehrung grundlegender Verhältnisse
wie Innen und Außen, das ihn interessiert. Unter diesen Voraussetzungen
findet sich der Betrachter in dem Ausstellungsraum wieder, dessen
Wände rundum mit Tapete eines stilisierten Waldes beklebt sind
und in dessen Zentrum eine zerklüftete Skulptur steht, die
in ihrer rudimentären Formgebung an Architektur erinnert, bei näherer
Betrachtung dieses Versprechen jedoch nicht einzulösen sondern
lediglich zu irritieren vermag. Eine noch näher gehende Betrachtung
offenbart die Konstruktion eines soliden schwarzen Korpus, auf dessen
Außenseiten dünnere Holzplatten amorphen Zuschnitts in camouflagetonigen
Farben appliziert sind. Beizeiten scheinen sie zu schweben, zumal
sich deren glänzend lackierte Oberfläche deutlich vom
matten und somit jede Reflektion schluckenden Schwarz der Unterkonstruktion
abheben.
Die Form des Objekts bleibt zu abstrakt, als dass sie Assoziationen
an gebaute Vorbilder und an eine Funktion wecken könnte. Die
Transformation durch den Künstler lässt sich nicht mehr
bis zu ihrem Ursprung nachvollziehen und sichtbar ist nur der Auflösungsprozess
einer äußeren Form.
Auch die collagierten Zeichnungen Wolfgang Stehles sind in ihrer
Form mal mehr, mal weniger konkret. Letztlich sind auch sie weniger
ein bildhafter Ausschnitt der Welt, als vielmehr Fragment einer
skulpturalen Idee. Trotz der Umwandlung ins Zeichenhafte behalten
sie ihre bildhauerische Autonomie, zumal Volumen aus einzelnen Schnitten
zusammengesetzt und Schattierungen nicht malerisch, sondern durch
die Auswahl unterschiedlicher Materialien dargestellt werden. Die
Darstellung von Natur ist Wolfgang Stehle zugleich Inhalt und Form.
Antrieb ist für ihn weniger der Wunsch naturgetreue Abbilder
zu schaffen, als vielmehr die Grenze zu veranschaulichen, die das
wechselvolle Verhältnis von Natur und Zivilisation begründet.
Diese Grenze liegt in der ästhetischen Aneignung und findet
ihren Ausdruck bei Wolfgang Stehle demnach in gestalterisch autonomen
Objekten von natürlicher Selbstverständlichkeit.
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