Erika Hock, Jan Kämmerling, Peter K. Koch, Tamara Lorenz
UNSER SYSTEM
13. März – 24. April 2010
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Die Ausstellung Unser System, initiiert und zusammengestellt von Peter K. Koch, versammelt vier künstlerische Positionen und zeigt, neben seinen eigenen, Werke von Erika Hock, Jan Kämmerling und Tamara Lorenz.

Ein System ist eine Gesamtheit von Einzelteilen oder Elementen, die so aufeinander bezogen sind, dass sie als eine sinn- oder zweckgebundene Einheit angesehen werden können. Seine Einzelteile wirken im Wechsel. Ein funktionierendes System grenzt sich gegenüber der es umgebenden Umwelt ab. Ein System organisiert und erhält sich durch Struktur. Als Struktur bezeichnet man die Form der Systemelemente und ihrer Beziehungsgeflechte untereinander. Ein System ist niemals falsch, sondern höchstens mehr oder weniger zweckmäßig.

So weit so gut. Denkt man aber streng in diesem Sinne, dann ist zwangsläufig jede halbwegs gelungene Gruppenausstellung gleichzeitig auch eine Systemausstellung, denn eine funktionierende Wechselwirkung der vorhandenen einzelnen Kunstwerke ist ja wohl das mindeste, was man von einer Ausstellung verlangen kann. Obwohl man leider auch häufig auf das komplette Gegenteil trifft, nämlich die Aggregatausstellung, die sich durch eine vollkommen strukturlose Zusammenstellung einzelner Elemente auszeichnet.

"Unser System" ist eben dies nicht, sondern setzt vielmehr gezielt vier Künstler in Beziehung zueinander, die sowohl in der Systematik ihrer Arbeitsweise als auch in ihrer ästhetischen Haltung Ähnlichkeiten und Überschneidungen aufweisen. Alle vier operieren in mehr oder weniger nichtfigurativen Systemen. Für alle vier spielen transformatorische Prozesse wie Temporäres zu Dauerhaftem, Performatives zu Statischem, Dynamisches zu Stabilem, Adaptives zu Autonomem, Flächiges zu Räumlichem und Architektonisches zu Skulpturalem eine Rolle.

Jeder der vier Künstler hat im Laufe seiner künstlerischen Vita ein eigenes und voneinander vollkommen unabhängiges Handlungssystem etabliert. Wie alle guten Künstler baut jeder der vier von Zeit zu Zeit absichtlich Störungen ins eigene System ein, um die Stabilität der eigenen Handlungen zu überprüfen. Da aber jedes System selbst wiederum nur ein Teil eines Ensembles von Systemen ist und mit ihnen die Eigenschaften eines übergeordneten Systems bestimmt, wird in dieser Ausstellung aus Beziehung Zusammenhang.

Peter K. Koch